Die Mauer

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Acht bis zwölf Meter hoch. Das ist jene Mauer und der Metallzaun, die Israel vom Westjordanland abtrennen. Errichtet zum Schutz Israels vor Terroranschlägen. Rund 60 Prozent der insgesamt 759 Kilometer langen Sperranlage, mit deren Bau im Jahr 2003 begonnen wurde, sind bis dato tatsächlich aufgestellt worden. Durch Proteste und Eingaben an den Obersten Gerichtshof über den genauen Verlauf wurde entlang der restlichen Strecke bisher noch keine Mauer gebaut.

Eines der noch mauerlosen Gebiete ist das christliche Cremisantal. Laut bisherigem Plan der israelischen Regierung würde die Mauer mitten durch das Tal verlaufen und für die beiden dort gelegenen Salesianer-Klöster (Männer, Frauen) sehr negative Folgen haben. Eines der Klöster liegt dann etwa in Israel, das andere in den besetzten Gebieten. Ein weiterer Landverlust für die Klöster ist inbegriffen.

Im Fall des Frauenklosters mit seiner Schule für mehr als 450 Kinder könnte bei den bisher diskutierten Verlaufs-Varianten entweder Kloster und Schule auf der palästinensischen Seite sein - dafür wäre das Kloster von seinem landwirtschaftlich genutzten Gebiet abgetrennt. Oder aber Kloster und Schule verbleiben in Israel - dafür jedoch liegt die Gemeinde, der sie dient, auf palästinensischer Seite.

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Seit Jahren kämpfen der Orden wie die 58 christlichen Bauernfamilien  im Tal mit juristischen Mitteln darum, den Mauerverlauf zu ändern und das Tal von Cremisan in seiner Gesamtheit zu erhalten. Zuletzt hat der Oberste Gerichtshof Israels im Somer 2014 eine Entscheidung getroffen: Der OGH stoppte dabei nicht, wie von vielen erhofft, den Mauerbau an sich. Er empfahl der Regierung lediglich, Alternativen für deren Verlauf zu prüfen, damit etwa beide Klöster auf palästinensischer Seite verbleiben.

Anfang April 2015 hat das israelische Höchstgericht den Antrag des Verteidigungsministeriums auf die bisher vorgesehene Trassenführung im Cremisan-Tal zurückgewiesen. Die Richter in Jerusalem haben im laufenden Verfahren die von den Anrainern vorgebrachten Einwände akzeptiert. Sie forderten nun die israelische Regierung auf, für die Sperranlage im Cremisan-Tal einen anderen Verlauf zu suchen. Dieser soll den beiden Ordenshäusern wie auch den anderen Bewohnern im Tal weniger Schaden zufügen als die bisherige Variante.

Anfang Juli 2015 hat Israels Oberstes Gericht nun doch dem Bau der Sperranlage auf einem christlichen Landstück bei Beit Dschalla im Westjordanland teilweise stattgegeben. Jetzt erlauben die Richter der Armee den Bau der Mauer doch entlang der bisherigen Route - mit Ausnahme eines Teilstückes entlang des Klosterbesitzes.