Friedhof Salesianer Beit Gemal

Ein Olivenbaum als Zeicher der Solidarität.

 

Solidaritätsbesuch am geschändeten Friedhof der Salesianer in Beit Gemal

Ein Olivenbaum als Zeichen der Solidarität. Das haben rund 60 jüdische Gläubige bei ihrem Besuch auf dem Friedhof der Salesianer in Beit Gemal im Jänner 2016 gesetzt.

Der Friedhof neben dem Kloster der Salesianer von Don Bosco in Beit Jamal, bei Beit Shemesh westlich von Jerusalem, war bereits im vergangenen Dezember von bis heute unbekannten Vandalen verwüstet worden. Holz- und Steinkreuze wurden dabei vor allem zerstört.

Die Gläubigen verurteilten gemeinsam diesen Vandalenakt. Im Zeichen der Solidarität mit den Salesianern von Don Bosco pflanzten die jüdischen Besucher dann einen Olivenbaum im Eingangsbereich des Ordenshauses.

Initiiert wurde der Solidaritätsakt von der israelischen Organisation Tag Mehir. Diese wurde 2011 zur Bekämpfung jeder Form von Rassismus gegründet, um sich von den Einschüchterungsversuchen jüdischer Extremisten gegen Moscheen und christliche Kultstätten in den letzten Jahren zu distanzieren.

 

Gebete gegen Bulldozzer - Mauerbau im Cremisantal hat begonnen

Seit Jahren wehren sich christliche Gemeinschaften im Heiligen Land, ihre internationalen Partner sowie Vertreter des Vatikans gegen den von Israel geplanten Bau einer Trennmauer im Cremisan-Tal. Dadurch würden 58 christliche Familien sowie zwei Einrichtungen der Salesianer und Don Bosco Schwestern im „christlichen Dreieck“ Bethlehem, Beit Jala und Beit Sahur von ihrem Land abgeschnitten. Zudem käme es zur Zerstörung einer landwirtschaftlichen Region, in der seit biblischen Zeiten Oliven, Obstbäume und Wein gepflanzt werden.

Nun hat der Bau der umstrittenen Sperranlage begonnen: Am 17. August rückten die ersten Bulldozer an und entwurzelten mehrere hundert Olivenbäume. Auf dem Land von fünf palästinensischen Familien wurden erste Baumaßnahmen realisiert – weder die Familien noch die zuständige Gemeindeverwaltung von Beit Jalla hatten eine Vorwarnung erhalten.

Als Reaktion auf den Beginn der Bautätigkeiten feierten die Christen von Beit Jala am 18. und 19. August gemeinsam mit katholischen Priestern auf offener Straße die Heilige Messe. Berichten zufolge wurde der Gottesdienst am Morgen des 19. Augusts gestört, ein Priester attackiert und zwei Personen vorläufig festgenommen.

 

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Gericht erlaubt nun doch Sperrmauer

Ein Schritt vor, zwei Schritte zurück. So könnte man wohl den seit Jahren andauernden juristischen Kampf gegen die Errichtung der Trennmauer zwischen Israel und Westjordanland im Cremisantal bezeichnen: Anfang Juli 2015 hat Israels Oberstes Gericht nun doch dem Bau der Sperranlage auf einem christlichen Landstück bei Beit Dschalla im Westjordanland teilweise stattgegeben.

Noch im vergangenen April hatten die Richter entschieden, dass die bisher geplante Mauerführung nicht geeignet sei. Zugleich forderten sie die Armee auf, eine alternative Route zu planen, die zu keinen gravierenden Beeinträchtigungen für die lokale Bevölkerung (58 christliche Familien), das Kloster und Weingut Cremisan sowie das Ordenshaus der Don Bosco Schwestern führt (bei den Klöstern würden jeweils die Besitzungen durchschnitten). Jetzt erlauben die Richter der Armee den Bau der Mauer doch entlang der bisherigen Route - mit Ausnahme eines Teilstückes entlang des Klosterbesitzes.

Spekuliert wird, dass die Kehrtwendung des Gerichtes eine Reaktion auf die jüngsten Ankündigungen der offiziellen Anerkennung des Staates Palästina durch den Heiligen Stuhl sein könnte. Dazu hatte es in Israel starke Reaktionen gegeben.

 

 

 

 

 

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Besuch aus Österreich

Hohe Arbeitslosigkeit, Abhängigkeit von der israelischen Wirtschaft, Einschränkungen durch die enge Grenzziehung, ethische wie religöse Konflikte zwischen Israelis und Palästinensern, christlichen und muslimischen Arabern. Eindrücklich ließ sich Jasmin Güngör, Finanzreferentin bei Jugend Eine Welt, von ihren Gastgebern über die Probleme in der Region schildern. Eingeladen von palästinensischen Jugendlichen bei der Don Bosco Youth Conference in Bonn im Jänner 2015, nutzte Güngör kürzlich die Gelegenheit für einen Besuch vort Ort in Bethlehem.

Die Jugendlichen führten untere Leitung von Pater Jesudoss von den Salesianern Don Bosco den Gast aus Österreich durch Bethlehem und Jerusalem. Das Weingut Cremisan wurde ebenso wie die Schulen, das Jugendzentrum, die Bäckerei und das Museum der Salesianer in  Bethlehem besucht. "Es ist toll, was die Salesianern den jungen Menschen hier bieten, und dabei stehen die Türen alölen offen - Christen wie Muslimen", sagt Güngör. Eine Ermutigung, nicht mit Steinen auf die Mauer zu werfen, sondern rüber zu schauen und die "anderen" kennen zu lernen.

 

 

 

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Pater Jesudoss mit der österreichischen Besucherin Jasmin Güngör

 

 

Mauerverlauf im Cremisan-Tal untersagt

Der seit Jahren andauernde juristische Kampf von katholischer Kirche im Heiligen Land, Orden und betroffenen Bauern gegen die Errichtung einer Trennmauer zwischen Israel und dem Westjordanland durch das Tal von Cremsian hat nun eine weitere Hürde genommen: Anfang April 2015 hat das israelische Höchstgericht den Antrag des Verteidigungsministeriums auf eine Trassenführung im Cremisan-Tal zurückgewiesen.

Die bisher geplante Route für die Mauer hätte das Weingut Cremisan ebenso wie das nahe Ordenshaus der Don Bosco Schwestern sowie 58 christliche Bauernfamilien im Tal stark betroffen und teilweise deren jeweiligen genutzten Grundstücke einfach zerschnitten.

Die Richter in Jerusalem haben nun im laufenden Verfahren die von den Anrainern vorgebrachten Einwände akzeptiert. Sie forderten nun die israelische Regierung auf, für die Sperranlage im Cremisan-Tal einen anderen Verlauf zu suchen. Dieser soll den beiden Ordenshäusern wie auch den anderen Bewohnern im Tal weniger Schaden zufügen als die bisherige Variante.

 

 

 

Cremisan Tal Kloster der Schwestern

Kloster der Salesianer Schwestern

Ein Weinberg ganz in weiß

Ganz in weiß - einen nicht alltäglichen Anblick haben die Weinberge im Kloster und Weingut Cremisan in Bethlehem dieser Tage geboten.

Frischer Schnee zauberte eine herrliche Winterlandschaft. Schnee ist zwar in dieser Region nicht völlig ungewöhnlich. Die teils kräftigen Niederschläge in diesem Winter 2015 in Israel wie im Westjordanland haben aber wiederholt für einige Probleme gesorgt.

 

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Zwei einheimische Weinmacher in Cremisan

Jung, gut ausgebildet und aus der Region. Das sind Leith Kokaly und Fadi Bartaseh - die beiden Palästinenser sind seit Herbst 2014 die verantwortlichen Weinmacher im Kloster und Weingut Cremisan in Bethlehem. Sie sind die ersten "einheimischen" Weinmacher in Palästina.

Bereits vor einigen Jahren gab es in Cremisan eine kleine Revolution: Wurden über Jahrzehnte die klassischen Rebsorten wie Merlot, Cabernet  Sauvignon oder Chardonnay angebaut, stehen nun im Weingut uralte, klassische und regionale Weintrauben im Vordergrund. Der Wechsel in der Weinproduktion - einige der neuen Weine haben bereits große Anerkennung gefunden - fand unter der Obhut der aus Italien stammenden Weinmacher Andrea Bonini und dessen Nachfolger Daniele Carboni statt.

Zuletzt kehrte Daniele Carboni im Oktober 2014 in seine Heimat zurück. Leith Kokaly und Fadi Bartaseh, die bereits seit zwei Jahren mit Carboni in Cremisan gearbeitet haben, tragen nun die alleinige Verantwortung als Weinmacher in Cremisan.

Leith Kokaly, Jahrgang 1986, hatte nach seinem Schulabschluss bereits als Direktvermarkter in der Region für das Weingut Cremisan gearbeitet. Dann studierte er Informatik an der Uni in Bethlehem. Anschließend widmete er sich dem Studium der Wein-Wissenschaft - in Italien, unter anderem an der Universität für Weinbau in Turin. Er ist der Weinmacher in der Kellerei.

Fadi Bartaseh, Jahrgang 1990, aus dem Ostteil Jerusalems stammend, ließ sich ebenfalls in Italien zum Weinmacher ausbilden. Er hat dabei unter anderem eine Arbeit über die in Palästina beheimateten Weinreben erstellt. Fadi ist der zuständige Agronom "draußen" in den Weinbergen.

 

 

 

Weingut Cremisan Leith Kokaly .de

Weinmacher Leith Kokaly

 

Weingut Cremisan Fadi Batarseh .de

Weinmacher Fadi Batarseh

 

 

 

 

Alterzbischof ist vom Wein aus Bethlehem begeistert

Weine aus Cremisan - Alois Kothgasser SDB, der emeritierte Erzbischof aus Salzburg, freut sich, dass nun auch die Weine aus dem heiligen Land in Österreich erhältlich sind. Alterzbischof Kothgasser lebte und lehrte selber vor vielen Jahren einige Zeit lang  an der Hochschule der Salesianer in Cremisan und fühlt sich seinen Mitbrüdern im Heiligen Land sehr verbunden.

 
Bei einem Treffen im Rahmen des Besuches der Generaloberin der Don Bosco Schwestern in Vöcklabruck konnte Reinhard Heiserer, Vorstandsvorsitzender von Jugend Eine Welt,  Alterzbischof Kothgasser persönlich berichten, dass dieser Wein nun auch in Österreich erhältlich ist. Bischof Kothgasser durfte anschliessend gleich einige Flaschen zum Testen mitnehmen. Zum Wohl, Herr Alterzbischof!

Cremisan und Altbischof klein

Reinhard Heiserer (li.) präsentiert Alterzbischof Alois Kothgasser die Weine aus Cremisan.